Zellkultur des Linsenepithels als Modell für Nachstar bei Kindern

Antragsteller/in: Prof. Dr. med. Daniel J. Salchow, Institution: Abteilung für Kinderaugenheilkunde, Strabismus und Neuroophthalmologie der Augenklinik, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum
Fördersumme: 4.500 €
Jahr: 2013

Zusammenfassung
Im Rahmen dieses Projektes wurde 1) die Methodik für die Zellkultur von primären humanen Linsenepithelzellen (pLEC) etabliert und optimiert. Dieses ist ein innovatives Verfahren, da es bisher kaum Forschungen mit diesen Zellen gibt. 2) Wurden Genprofile dieser Zellen erstellt. Die Vorderkapseln von 44 Kindern, die wegen einer Katarakt (grauer Star) operiert wurden, wurden in Zellkultur studiert. Je jünger die Kinder zum Zeitpunkt der Operation, desto erfolgreicher war die Kultur: bei Kindern unter 1 Jahr wuchsen die Zellen in 42% an, bei Kindern die 5 Jahre oder älter waren nur in 6%. Der bei der Nachstarbildung beteiligte Prozess der mensenchymalen Transformation von Linsenepithelzellen wurde daraufhin untersucht, indem zunächst ein Genprofil der pLEC erstellt wurde. Als „epitheliale Marker“ wurden die Gene für Crystallin alpha (CRYAB) und Connexin 43 (Cx43), als „mesenchymale Marker“ die Gene für integrin alpha V (ITGAV), alpha smooth-muscle actin (aSMA), collagen 1 alpha 2 (COL1A2) and fibronectin (FN1) untersucht. Nach Stimulation mit Transforming Growth Factor beta (TGFbeta) verschoben sich die Genprofile in einer Weise, die für die mesenchymale Transformation von pLEC sprechen, wie sie vermutlich bei der Nachstarbildung beteiligt ist. Es gelang uns damit erstmals, an der Nachstarbildung beteiligte Prozesse an pLEC von Kindern zu untersuchen. Anhand der Ergebnisse können weitere Studien und möglicherweise Therapieansätze zur Prophylaxe eines Nachstars untersucht werden.